Wer braucht Reha?
22. September 2009Was eine medizinische Rehabiliationsbehandlung leisten kann und bei welchen Krankheiten sie sinnvoll ist, haben wir in der folgenden Übersicht kurz dargestellt.
Diese Informationen können und sollen die ärztliche Diagnose nicht ersetzen. Sie sollen Ihnen einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der modernen medizinischen Rehabilitation geben. Bitte besprechen Sie alles Weitere mit Ihrem Arzt.
Chronische Erkrankungen
Der Aufenthalt in einer modernen Reha-Klinik bietet sich vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen an. Chronische Krankheiten zeichnen sich leider oft durch eine “schleichende” Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus. Häufigere Fehlzeiten im Beruf, eine eingeschränkte Teilnahme am familiären Leben, Erhöhung des Medikamentenkonsums — Begleiterscheinungen von chronischen Erkrankungen, die die Notwendigkeit einer Reha-Maßnahme anzeigen. Medizinische Rehabilitation greift in diese Krankheitsverläufe ein. Mit einer mehrwöchigen Therapie wird eine Verbesserung der Krankheitssituation möglich.
Nicht alle Krankheiten sind vollständig heilbar. Um so wichtiger ist das Erlernen des täglichen Umgangs mit den Krankheitsfolgen. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wieviel Erleichterung das “richtige” Heben, das “richtige” Sitzen, die “richtige” Ernährung im täglichen Leben bedeutet. Die Vorteile dieses Lernprozesses in der Reha: eine Steigerung der Lebensqualität und die Wiedereingliederung in Familie und Beruf. Auch das Wiederentdecken verloren geglaubter Fähigkeiten, wie z.B. Laufen ohne Gehhilfen, gehört für viele Patienten zu den “Erfolgserlebnissen” einer Reha-Maßnahme.
Beispielhaft für die Möglichkeiten der stationären medizinischen Rehabilitation stehen die folgenden Indikationen:
Orthopädische Erkrankungen
Chronische Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates gehören zu den häufigsten Krankheiten unserer Gesellschaft. Reha-Maßnahmen erzielen hier gute Erfolge. Physiotherapeutische Verfahren und das Erlernen “richtiger” Bewegungsabläufe spielen dabei eine wichtige Rolle. Daneben sichert zum Beispiel die Anleitung zu einer maßvollen Diät den langfristigen Therapieerfolg.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In unserer modernen Industrie- und Informationsgesellschaft nehmen diese Erkrankungen immer mehr zu. Neben der für jeden Patienten individuell angepaßten Steigerung der Leistungsfähigkeit unter ständiger ärztlicher Aufsicht, lernt der Patient, künftig Risikofaktoren (wie z.B. Streß, falsche Ernährung, Rauchen etc.) zu vermeiden. Lesen Sie hierzu auch unsere Patientenzeitung "Mein Gesundes Magazin" 1/2009 Kraft für's Herz mehr
Atemwegserkrankungen, Allergien, Hauterkrankungen
Belastungen der Umwelt und die Zunahme der individuellen Streßbelastungen haben zu einer Zunahme dieser Krankheiten geführt. Neue, ganzheitliche Therapieansätze haben sich vor allem bei Krankheitsbildern durchgesetzt, die neben der körperlichen auch über eine psychische Erkrankungskomponente verfügen. Schuppenflechte , Neurodermitis und asthmatische Erkrankungen gehören zum Beispiel zu den Krankheitsbildern, bei denen mit kombinierten Therapieformen erfolgreich gearbeitet wird.
Psychische und psychosomatische Erkrankungen
Eßstörungen, depressive Zustände und auch Suchtprobleme werden
in Reha-Kliniken behandelt. Mit individueller Gesprächstherapie und unterschiedlichen Formen von Gruppentherapien wird die Verarbeitung von Problemen möglich. Patienten finden die notwendige Ruhe und Zeit, um mit neuem Selbstverständnis in den Alltag zurückzukehren. Lesen Sie hierzu auch unsere Patientenzeitung "Mein Gesundes Magazin" 3/2008 zum Thema Suchtkrankheiten mehr
Neurologische Erkrankungen
Beginnende Schädigungen des Nervensystems können zu vielfältigen Funktionseinschränkungen führen. Die Zusammenarbeit eines Teams unterschiedlicher Spezialisten aus allen Heilberufen in den Reha-Kliniken sichert den Erhalt oder das erneute Erlernen dieser Funktionen.
Rheumatische Erkrankungen, Innere Medizin
Stoffwechsel-Erkrankungen, Rheuma, Arthrosen, etc. — Krankheitsbilder, die durch den Aufenthalt in einer Reha-Klinik gemildert werden können. Entzündungen werden wirksam behandelt, Schmerzen spürbar gemildert.
Für das Alltagsleben nach einem Klinikaufenthalt erhalten Patienten wichtige Tips und Informationen.
Onkologie
Die Wiedererlangung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens steht im Vordergrund der Rehabilitation tumorerkrankter Patienten. Die soziale Betreuung, Informationen zur Krebserkrankung und die psychische Betreuung gehören u.a. zum Behandlungsprogramm.
Übersicht: Indikationen für medizinische Reha
• Allergien
• Atemwegs-Erkrankungen
• Augenkrankheiten
• Erkrankungen des Bewegungsapparates (Orthopädie)
• Erkrankungen der Verdauungsorgane
• Eßstörungen (Adipositas, Anorexia nervosa, Bulimie)
• Gefäßkrankheiten
• Geriatrie
• Gerinnungsstörungen (Hämostaseologie)
• Gynäkologische Erkrankungen
• Harnwegserkrankungen (Urologie)
• Hautkrankheiten
• Herz- und Kreislauferkrankungen
• Krebserkrankungen (Onkologie)
• Mutter-Kind-Maßnahmen
• Neurologie
• Pädiatrie
• Psychische Erkrankungen (Psychiatrie)
• Psychosomatische Erkrankungen
• Rheumatische Erkrankungen
• Sprach-, Sprech-, Stimm- und Hörstörungen
• Stoffwechselerkrankungen und Endokrinopathien
• Suchtkrankheiten





