Der Arbeitskreis Gesundheit berichtet über ein typisches Beispiel für Beschwerden, die von bei der DAK versicherten Patienten herangetragen werden.

In dem aktuellen Patientenfall beantragte eine Mutter für ihren 17-jährigen Sohn eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme in einer Klinik, die speziell auf das Krankheitsbild zugeschnittene Therapiemöglichkeiten für Jugendliche bietet. Die DAK versuchte zunächst telefonisch entgegen der ärztlich attestierten medizinischen Notwendigkeit die Mutter des Patienten von einer stationären Rehabilitationsmaßnahme abzubringen. Anschließend bewilligte sie zwar eine Rehabilitationsmaßnahme in der Wunschklinik des Versicherten, jedoch in einer günstigeren, medizinisch ungeeigneten Abteilung dieser Klinik. Die Kostenzusage erfolgte nur in Höhe des Tagessatzes für die Behandlung in der Erwachsenenabteilung. Die entstehenden Differenzkosten sollten von der Versicherten bezahlt werden. Zur Vermeidung der Zuzahlung bot die DAK zwei medizinisch weniger bzw. ungeeignete „eigene Vertragskliniken“ an. Mit anwaltlicher Unterstützung reichte die Versicherte dagegen Widerspruch ein.

Im Widerspruchsverfahren zeigte die DAK trotz umfassender medizinischer Begründung keinerlei Bereitschaft, die Kosten für die Behandlung in der Kinder- und Jugendabteilung der medizinisch notwendigen Klinik zu übernehmen und zögerte trotz medizinischer und persönlicher Eilbedürftigkeit eine Entscheidung monatelang hinaus.

Als letzte Option für ein schnelleres Verfahren wurde einstweiliger Rechtsschutz beim zuständigen Sozialgericht beantragt. Die DAK bewilligte daraufhin die Behandlung in der medizinisch geeigneten Kinder- und Jugendabteilung zum Tagessatz für Kinder und Jugendliche innerhalb weniger Tage. Von Antragseingang bei Gericht bis zum Anerkenntnis der DAK vergingen gerade einmal sechs Tage!

Dieses Beispiel steht stellvertretend für viele Fälle, die an den Arbeitskreis Gesundheit e. V. herangetragen werden. Zum einen versucht die DAK regelmäßig notwendige schriftliche Bescheide zu umgehen, indem sie telefonisch mit ihren Versicherten in Kontakt tritt. Zum anderen gab sie bereits mehrfach nach Einleitung rechtlicher Schritte innerhalb kurzer Zeit dem Patientenbegehren nach, ohne ihre gegenteilige Rechtsauffassung darzulegen. Daher entsteht zunehmend der Eindruck, dass es sich nicht lediglich um Fehlentscheidungen einzelner Sachbearbeiter handelt. Der Arbeitskreis Gesundheit e. V. empfiehlt Betroffenen, sich im Einzelfall mithilfe von fachlicher Unterstützung zur Wehr zu setzen.