Am Montagabend wurde im Fernseh-Beitrag des RBB Verbrauchermagazins "Super.Markt" anhand eines Patientenfalles dargestellt, wie schwierig das Antrags- bzw. Genehmigungsverfahren für eine Rehamaßnahme sein kann. Zu Wort kommen neben der Patientin und einem Vertreter der Deutschen Rentenversicherung auch Ingo Dörr, der Geschäftsführer des Arbeitskreis Gesundheit e.V..

Den Beitrag sowie einen kurzen Informationstext finden Sie hier.

Patienten sollten bei der Antragsstellung und bei ihrem Widerspruch folgende Aspekte unbedingt beachten:

  • Rehabilitationsbedürftigkeit, Rehabilitationsfähigkeit und die positive Rehabilitationsprognose ambulant oder stationär werden im Antragsverfahren geprüft
  • Der Kostenträger entscheidet ausschließlich anhand der aktuellen Antragsunterlagen - daher ist eine präzise und verständliche Antragsbegründung, v. a. im ärztlichen Befundbericht, wichtig
  • Alle behandlungswürdigen Diagnosen sollten in der Reihenfolge „wichtigste zuerst“ aufgezählt werden
  • Falls spezielle Behandlungsnotwendigkeiten vorliegen, sollten diese vom Arzt schriftlich aufgeführt werden, ebenso wie ein bestimmtes Klima, wenn dieses für den ganzheitlichen Erfolg der Maßnahme wichtig ist
  • Ebenso sind die Reha-Ziele anzuführen, die durch die Maßnahme erreicht werden sollen (im Hinblick auf die Diagnosen)
  • Im Antrag sind die medizinischen Gründe für eine besonders gut geeignete Klinik anzugeben. Der Kostenträger hat unabhängig von seinen so genannten „Vertragskliniken“ die medizinisch am besten geeignete Klinik zu bewilligen
  • Bei einer Ablehnung des Antrags besteht die Möglichkeit zur Einlegung eines Widerspruchs
  • Widerspruchsfrist: 1 Monat nach Erhalt des Schreibens; diese muss dringend eingehalten werden
  • Falls ein begründeter Widerspruch (mit Attesten) in diesem Zeitraum nicht zu bewerkstelligen ist, kann der Patient fristwahrend formlos Widerspruch einlegen und eine Begründung bzw. ärztliche Stellungnahmen nachreichen
  • Wichtig hierfür ist, eine (erneute) ärztliche Stellungnahme einzuholen, die inhaltlich auf die Ablehnungsgründe des Kostenträgers eingeht und diese entkräftet
  • Entsprechend soll das Attest z. B. bestätigen, dass ambulante Behandlungsmöglichkeiten am Wohnort ausgeschöpft oder gar nicht möglich sind, wenn der Kostenträger seine Ablehnung damit begründet, dass diese durchzuführen seien
  • Es kommt vor, dass Ablehnungen formlos, zum Teil sogar telefonisch ausgesprochen werden und keine Begründung enthalten - Versicherte sollten immer einen schriftlichen, rechtsmittelfähigen Bescheid verlangen
  • Wenn die notwendige Maßnahme trotzdem nicht bewilligt wird, bietet sich in den Fällen die Anrufung des Sozialgerichts im einstweiligen Rechtsschutz an, in denen bei einem normalen Gerichtsverfahren (Verfahrensdauer länger als ein Jahr) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes droht

Wenn Sie Fragen zu Ihrem Antrag oder der Bewilligung Ihrer Wunschklinik haben, wenden Sie sich gerne an unsere kostenfreie telefonische Beratung unter der 0341 - 870 59590 oder unter der 0800 - 100 63 50 (kostenlos aus dem dt. Festnetz).

Ihr Arbeitskreis Gesundheit e. V.