ADHS-Infoportal online

Das Portal bietet Informationen, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind: betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Bezugspersonen und Pädagogen.

Wer Kinder hat weiß, dass diese manchmal unaufmerksam, impulsiv und bisweilen auch sehr aktiv sind. Erst wenn alle drei Auffälligkeiten über einen längeren Zeitraum stark ausgeprägt zusammen auftreten, spricht man von einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS. ADHS hat in den letzten Jahren eine intensive gesellschaftliche Diskussion erlebt. Doch immer noch fehlen Hilfen für Betroffene und ihre Bezugspersonen. Diese Lücke will die neue Seite www.adhs.info jetzt schließen. Aufgebaut hat sie das ‚zentrale adhs-netz’ unter Federführung von Professor Manfred Döpfner, Leitender Psychologe der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Uniklinik Köln.

Eine halbe Million Kinder betroffen

Fast jedes Kind durchlebt im Laufe seiner Entwicklung Phasen besonderer Ablenkbarkeit, hoher Aktivität und auch Zeiten heftiger Impulsivität. Erst ab einem bestimmten Grad der Auffälligkeit lässt sich von einer Störung sprechen. Dabei unterscheidet sich ADHS nicht von anderen psychischen Störungen (z. B. Depression) oder körperlichen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck), die ebenfalls mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können. Menschen mit starker Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität erfahren dadurch erhebliche Einschränkungen in ihrem täglichen Leben.

Die Gesamtzahl der von ADHS betroffenen Kinder und Jugendlichen in Deutschland schwankt je nach Studie zwischen rund zwei und sechs Prozent. Insgesamt kann man jedoch repräsentativen Studien zufolge davon ausgehen, dass rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland von ADHS betroffen sind. Jungen trifft die Erkrankung im Vergleich zu Mädchen zwei- bis viermal häufiger.

In der Öffentlichkeit wird das Thema ADHS auch heute noch kontrovers diskutiert, was bei Betroffenen, ihren Eltern, Partnern oder anderen Angehörigen und Betreuern häufig zu Verunsicherungen führt. Das "zentrale adhs-netz" will als bundesweites Netzwerk zu einem besseren Verständnis und Akzeptanz der Erkrankung beitragen und die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS verbessern.

Informationen des zentralen adhs-netz finden Sie unter:

www.adhs.info

Neurofeedback hilft ADHS-Kindern

Erlanger Wissenschaftler haben die Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings bei Kindern mit ADHS nachgewiesen.

So funktioniert das Training:

Das Kind sitzt vor einem Computerbildschirm, seine Gehirnströme werden über aufgeklebte Messelektroden abgeleitet und steuern ein Computer-Programm. Je nach Konzentrationsgrad kann das Kind z. B. mit seiner „Gedankenkraft“ bei einem virtuellen Fußballspiel einen Elfmeter-Schuss halten oder bei einem Film das Bild klar und deutlich sehen. Das Ziel: Mit dem computergestützten Verfahren können die Kinder selber Strategien erarbeiten, um sich besser zu konzentrieren und ihr Verhalten zu steuern.


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