Autismus - ein Gendefekt im Gehirn?

Junge Nervenzellen des Gehirns müssen die Weitergabe von Informationen an andere Nervenzellen und die Umgebung erst lernen. Eine Störung an den Nervenenden könnte dazu beitragen, dass sich Autismus entwickelt.

"Ein voll funktionsfähiger Kontakt kommt nur zustande, wenn sich beide Seiten, Sender und Empfänger der Information, am Reifungsprozess beteiligen", erklärt Dr. Thomas Dresbach vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg.

Bleiben die Nervenendigungen (Synapsen) in unreifen Stadien, setzen sie weniger Botenstoff frei und der Informationsfluss ist gestört. Die Nervenendigung kann sozusagen zeitlebens nur flüstern.

Die Wissenschaftler vermuten, dass solche Fehlfunktionen auch bei der Entstehung von Autismus eine Rolle spielen. Die Erkrankung macht sich schon im frühen Kindesalter durch eine Störung der Informationsverarbeitung bemerkbar.

"Vieles deutet darauf hin, dass Fehlfunktionen synaptischer Moleküle an der Entstehung dieses Krankheitsbildes beteiligt sind. Welche Fehlfunktionen das genau sind, war bisher unklar, aber wir wissen jetzt, wonach wir suchen müssen."


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