Kinder stärken Männerseele

Weniger Männerabende, seltener Sex und trotzdem kaum Schlaf. Viele deutsche Väter mit kleinen Kindern kommen damit ganz gut zurecht. Der Nachwuchs bedeutet für sie eine große Bereicherung.

Dreiviertel der Väter mit Kindern bis zu drei Jahren fühlen sich durch das Vatersein energiegeladener, aber auch seelisch ausgeglichener, ergab einen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK und der Zeitschrift Men’s Health. Seelisch ausgeglichener fühlen sich demnach 64 Prozent der Befragten, bei den älteren Vätern (ab 45-Jahren) sind es sogar 80 Prozent. „Der Nachwuchs gibt dem Leben einen neuen Sinn und weckt wieder das Kind im Mann – das steigert die Lebensfreude“, erläutert Diplom-Psychologe Frank Meiners.

Doch rosig ist längst nicht Alles: Zwölf Prozent der Väter mit Kleinkindern leiden unter ständiger Müdigkeit und Erschöpfung. Acht Prozent fühlen sich seit der Geburt ihrer Kinder gesundheitlich angeschlagen. „Die Doppelbelastung durch Beruf und Familie geht besonders in den ersten Lebensjahren der Kinder auch an manchen Vätern nicht spurlos vorüber“, so Meiners. „Aber nicht umsonst sorgen positive Vatergefühle für einen Energieschub und seelischen Frieden – das hilft bei der Stressbewältigung.“ Die Studie zeigt allerdings auch, dass die positiven Wirkungen des Vaterseins etwas nachlassen, wenn mehr als ein Kind im Haushalt lebt.

Kinder für manche Partnerschaft eine Zerreißprobe

Laut Umfrage wünscht sich etwa jeder Zweite mehr Zeit allein mit seiner Partnerin. Ebenso viele Väter hätten gern mehr Zeit für sich – für ihre Hobbys und ihren Sport. Ausgelassene Männerabende und Sex mit der Partnerin vermisst dagegen nur jeder vierte Vater.

Vater-Kind-Kur

Für die Erziehung sind Mütter und Väter verantwortlich – beide können durch die Mehrfachbelastung von Beruf und Familie seelische und körperliche Beschwerden entwickeln. Deshalb ermöglicht der Gesetzgeber sowohl Müttern als auch Vätern Vorsorge- und Rehabilitationsangebote.

§ 24 des V. Sozialgesetzbuchs stellt Mutter-Kind-Maßnahmen und Vater-Kind-Maßnahmen gleich. Mittlerweile gibt es in Deutschland einige, speziell auf die Bedürfnisse von Männern zugeschnittene Behandlungsprogramme. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch hier die Kosten – die gesetzlich geregelte Zuzahlung beträgt 10 Euro pro Kalendertag. Bei Zuzahlungen gilt außerdem die so genannte Überforderungsregelung (§ 62 SGB V). Sie besagt, dass Versicherte maximal zwei Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt für Zuzahlungen aufbringen müssen, Chroniker maximal ein Prozent.

Der Berechnung liegt das Familienbruttoeinkommen zugrunde. Es kommt also auch darauf an, wie viele Personen zu einem Haushalt gehören und von dem Einkommen leben. Für Familienangehörige kann ein Freibetrag geltend gemacht werden, der das Bruttoeinkommen verringert. Der Kinderfreibetrag liegt im Jahr 2010 bei 3.648 Euro je Kind. Sobald Versicherte mit ihren Zuzahlungen innerhalb eines Kalenderjahres die Belastungsgrenze erreicht haben, können sie bei ihrer Krankenkasse eine Befreiungsbescheinigung beantragen. Sie befreit von allen weiteren Zuzahlungen im laufenden Jahr.


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